Vier Fotografen, neun Kameras, 16 Objektive, 100m Kabel – und ein neuer Ministerpräsident

Niedersachsens neuer Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) schwört am 19.02.2013 im niedersächsischen Landtag in Hannover (Niedersachsen) seinen Amtseid. Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++(c) dpa – Bildfunk+++

Fotografieren bei einer Nachrichtenagentur ist Teamarbeit. Ein Beispiel für gelungene Zusammenarbeit im Team war für uns – die dpa-Fotografen in Niedersachsen – die Wahl und Vereidigung des neuen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) am 19.02.2013.

Wir waren mit insgesamt vier Fotografen im niedersächsischen Landtag in Hannover. Die konstituierende Sitzung mit der Wahl und Vereidigung der neuen Landesregierung haben wir mit zwei Fotografen (Holger Hollemann & Peter Steffen) auf den Pressetribünen besetzt. Ich durfte im Plenum fotografieren. Hinzu kam noch Kollege Jochen Lübke, der das komplette Fotomaterial aller Fotografen sichtete, auswählte, bearbeitete, beschriftete und in die dpa-Fotoredaktion nach Berlin schickte.

Unser Equipment:

Um möglichst schnell arbeiten zu können haben wir im Landtag am Vortag ein eigenes Netzwerk (mit einem normalen W-LAN Router) aufgebaut. Weiterlesen

Paralympics London 2012

Vom 27. August bis zum 10. September 2012 war ich für die Deutsche Presse-Agentur (dpa) bei den Paralympics 2012 in London.

Nachdem ich 2010 für die dpa bei den Winter-Paralympics in Vancouver sein durfte, war die Freude sehr groß auch in diesem Jahr wieder die Paralympics fotografieren zu können. Was die Sportler dort leisten, ist absolut beeindruckend.

Ein solche Sport-Großveranstaltung macht richtig Spaß – jeder Tag ist spannend, abwechslungsreich, interessant und vor allem eines: Wahnsinnig anstrengend.

Wir waren mit einem vierköpfigen dpa-Team nach London angereist – zwei Sportredakteure, die sich um die Textberichterstattung gekümmert haben – und zwei Fotografen (dpa-Fotograf Daniel Karmann und ich). Hinzu kamen die Wortkollegen aus dem Londoner dpa-Büro und die Fotografen der European Pressphoto Agency (EPA) – ein Zusammenschluss mehrerer großer europäischer Nachrichtenagenturen – die auch die dpa mit Fotos aus internationaler Sicht versorgt.

Daniels und meine Aufgabe war es, in enger Abstimmung mit den Wortkollegen, die Paralympics aus deutscher Sicht zu fotografieren. Wenn es deutsche Medaillen gibt, wollen die deutschen Tageszeitungen natürlich Bilder von den deutschen Athleten haben – und genau darum haben wir uns gekümmert. Hinzu kommen noch nette Feature-Fotos und Bilder der großen Paralympics-Stars wie Sprinter Oscar Pistorius oder Sportler, die für überraschende Geschichten sorgen.
Insgesamt wurden an zehn Wettkampftagen über 500 Goldmediallen vergeben – unfassbar viele Entscheidungen. Hier die Übersicht zu behalten und immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, erforderte eine detaillierte Planung. Es gab zum Beispiel zehn verschiedene 100m Sprint-Finale bei den Männern – für jede Kategorie einer Behinderung ein eigenes Finale.
Schon im Vorfeld der Paralympics hatten wir vom Deutschen Behindertensportverband einen Plan bekommen, welcher deutsche Athlet wann startet. Ob dieser Athlet allerdings eine Medaille gewinnt, war oft schwer vorauszuschauen. Und sehr oft gab es parallel Entscheidungen an gänzlich verschiedenen Orten… Aber Daniel und ich haben uns gut abgestimmt – und letztlich hat alles gut geklappt.

Bevor es richtig losging, hieß erst einmal Sachen packen:


Technik:
2 x Nikon D4
1 x Nikon D3s
1 x Nikon D3
15mm 2.8 Fisheye, 24mm 1.4, 50mm 1.4, 300mm 4.0, 500mm 4.0
14-24mm 2.8, 24-70mm 2.8, 28-300mm 3.5-5.6, 70-200mm 2.8
2 x Blitz, 4 x Funkauslöser Pocket Wizard, Kabel, Speicherkarten, Akkus, Ladegeräte
Ministative, Einbeinstativ
MacBook Air 11″ mit Zubehör

Das meiste der Ausrüstung (3 Gehäuse, alle Zooms, 300er und 500er) passte in meinen ThinkTank Rollkoffer (der die Maße für die Flugzeug-Handgepäck hat). Ich bin also mit 24 kg Handgepäck geflogen. Eine Kamera hatte ich mir noch um den Hals gehängt. Weiterlesen