Fotojournalismus Blog

Elternzeit-Projekt: Ein Bullibett für unseren Sohn

Nach der Geburt unseres Sohnes im August 2016 hatte ich beschlossen in Elternzeit zu gehen – und insgesamt 20 Monate Teilzeit zu arbeiten. Zum Glück bin ich bei einem sehr familienfreundlichen Unternehmen angestellt, sodass mich die dpa Deutsche Presse-Agentur bei der Realisierung meiner Elternzeit tatkräftig unterstützt hat. Bis August 2018 kann ich so noch wunderbar in Teilzeit als Fotojournalist arbeiten – und gleichzeitig sehr viel Zeit mit meinem kleinen Sohn verbringen. Und dank ElterngeldPlus ist das ganze sogar finanziell einigermaßen attraktiv.

20 Monate Elternzeit heißt weniger Arbeit und mehr Zeit für die Familie. Gemeinsam haben wir so auch ein ganz besonderes Projekt realisiert: Ein Bett in Form eines alten VW-Bullis T1. Auf der Suche nach einem besonderen Kinderbett sind wir im Internet auf ähnliche Projekte gestoßen und dachten uns: Das machen wir auch!

Wieviele Arbeitsstunden es bis zur endgültigen Fertigstelltung unseres Bullibetts gewesen sind, können wir nicht sagen. Nur soviel: Es war verdammt viel Arbeit. Aber unser Sohn liebt den Bulli 🙂

Alles fing mit einem fertigen Metall-Etagenbett an, das als stabile Grundlage dienen sollte:

Das Metallbett kostete 99 Euro – und war somit auch das teuerste Bauteil des Bulli-Bettes. Rund um den Metallrahmen bauten wir dann einen Holzrahmen.

Ein Abend Planung und Ausmessen und schon war ein Bauplan da:

Aus Dachlatten bauten wir eine 4,8 cm tiefe Unterkonstruktion, auf die wir später dann Holzplatten schrauben wollten. Wir entschieden uns für günstige Dachlatten und 5mm starke MDF-Holzplatten, die es schon für ca. 5 Euro pro Quadratmeter im Baumarkt gibt.

Insgesamt verbauten wir knapp 50 Meter Holzlatten. Nach einem Tag stand der erste Holzrahmen und das Projekt nahm langsam Form an:

Als Füße für den Holzrahmen hatten wir noch Metallfüße einer alten IKEA-Küche 🙂

Auf den Holzrahmen schraubten wir dann MDF-Holzplatten. Diese ließen wir uns schon im Baumarkt kostenlos in die passenden Größe schneiden.

Für die Fensterausschnitte und Schrägen mussten wir natürlich noch selbst zur Stichsäge greifen:

Und nach drei Tagen waren die beiden seitliche Bauteile fertig:

Was dann folgte, war der kniffligste Teil des Projekts: Die Front des Bullis. Wie beim Original VW Bulli wollten wir eine leicht abgerundete Front bauen. Dafür nahmen wir zwei Holzbretter, die wir jeweils exakt gleich rund abschnitten und mit den Seitenteilen verschraubten:

Für die Front war eine MDF-Holzplatte ungeeignet. Wir suchten also etwas, was sich gut biegen ließ, gleichzeitig aber auch recht stabil war. Die Wahl fiel auf eine dünne Pappel-Sperrholzplatte, in die wir kurzerhand noch zwei Auschnitte für die „Scheinwerfer“ schnitten:

Als Scheinwerfer kauften wir dann zwei Deckenleuchten:

Was fehlt noch? Genau: Reifen!

Nachdem der Holz-Rohbau fertig war, ging es ans Lackieren. Im Baumarkt kauften wir Lackfarben, die für Kinderspielzeug geeignet sind. Natürlich sollte der Lack auch im Original-VW-Look gemacht sein – und das war garnicht so einfach.

Am Computer bastelten wir eine maßstabsgetreue Lackiervorlage…

… die dann 1 zu 1 auf den Holzbulli übertragen wurde:

Bis der Lack deckend war, mussten wir insgesamt dreimal Lackieren. Besonders hilfreich war „Frogtape“, mit dem wir sehr feine saubere Kanten abkleben konnten:

Auf der Front des Bullis sollte natürlich auch ein VW-Logo prangern. Also bastelten wir uns auch ein Logo:

Der Bulli war so geplant worden, dass man ihn einfach in vier Bauteile zerlegen kann und so einfach zu transportieren ist:

Nach unzähligen Arbeitsstunden war es dann endlich soweit: Die „Jungfernfahrt“ auf dem Hof 🙂

Bis zur endgültigen Fertigstellung fehlte aber noch ein entscheidenes Detail: Der Innenausbau. Und der nahm auch nochmal sehr viel Zeit in Anspruch, denn wir hatten da auch noch drei nette Ideen.

Idee 1
Im Heck des Bullis haben wir ein Bücherregal und eine Stereo-Anlage eingebaut:

Idee 2
In den Seitenwänden wurden Lautsprecher integriert:

Idee 3
Und als Highlight: Ein altes iPad wurde in die Seitenwand gebaut, damit die Kids (ab entsprechenden Alter) auch Zeichentrickfilme im Bulli schauen können. Das iPad wurde auch mit der Sound-Anlage gekoppelt. Alle Kabel laufen versteckt in den Seitenwänden entlang.

In der Bullifront wurde außerdem noch ein indirekt beleuchtetes Ablagefach installiert.

Licht spielt bei dem Bulliprojekt ohnehin eine große Rolle. Mehrere versteckte LED-Lampen sorgen für nette Lichteffekte. Die Farbgebung kann selbst ausgewählt werden:

Freunde schenkten uns dann noch ein Bulli-Kopfkissen – und passende Bettwäsche haben wir auch gefunden:

Derzeit fungiert unser Bulli-Bett als Spielhöhle, Gästebett, Kuschelecke, Leseecke und und und…

Und in ein paar Jahren darf unser Sohn mit dem Bulli jede Nacht ins Land der Träume fahren:

Fotos: Hauke Christian Dittrich, Julian Stratenschulte, Shalini Welch
Verwendung der Fotos nur mit ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung!

2 Kommentare

  1. Wunderbares Projekt – großartige Ausführung.
    Glückwunsch dazu.
    Schade, dass meine Kinder schon so alt (und aus dem Haus) sind – vielleicht für die Enkel….
    VG

  2. großartig, lieber julian! war schon froh, dass flexa-hochbett meines sohnes einigermaßen gerade aufgebaut bekomme. auch meine frau (innenarchitektin) ist schwer beeindruckt;-)
    lg aus hamburg!

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