Allgemeiner Hinweis / Disclaimer

Hervorgehoben

Die in diesem diesem Blog vom Autor – Julian Stratenschulte – veröffentlichten Beiträge sind private Äußerungen. Unabhängig von ihrem Inhalt stellen sie weder Äußerungen seines Arbeitgebers – dpa Deutsche Presse-Agentur oder auch vorherigen Arbeitgebern – dar, noch sind sie geeignet, Rückschlüsse auf die Sichtweise des Arbeitgebers zu den behandelten Themen zu ziehen.

Fotos einer Krise: Die Abgas-Affäre von Volkswagen

Autos parken am 23.09.2015 auf einem Mitarbeiterparkplatz vom VW Werk in Wolfsburg (Niedersachsen) und spiegeln sich in einer Regenpfütze. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt…

Als in diesem Jahr VW-Patriarch Ferdinand Piëch dem Vorstandsvorsitzenden von Volkswagen, Martin Winterkorn, öffentlich das Vertrauen entzog, sprach man bereits von einer beispiellosen Krise. Doch was in den letzten Tagen bei und mit Europas größtem Autobauer passiert ist, hätte nicht nur ich für unmöglich gehalten.

Die Abgas-Affäre – Hashtag «Dieselgate» – stürzt VW in eine tiefe Krise. Volkswagen steht vor einem Scherbenhaufen. Als Fotograf der dpa Deutsche Presse-Agentur habe ich die vergangene Woche in Wolfsburg verbracht und mit meinen Kameras die Krise in Bildern festgehalten.

Weiterlesen

Als Fotograf beim Eurovision Song Contest

Sweden Twelve points, Sweden douze points…

Vom 19. bis 24. Mai war ich für die dpa Deutsche Presse-Agentur in Wien, um den Eurovision Song Contest (ESC) zu fotografieren. Auch wenn die eigentliche TV-Show vor 200 Millionen Fernsehzuschauern nur knapp vier Stunden dauert, steckt hinter dem ESC monatelange Arbeit für die European Broadcasting Union EBU. Und auch für einen Fotografen ist es mit vier Stunden Fotografieren nicht getan. Davon erzähle ich in diesem Blogeintrag.

Weiterlesen

Porträtfotos von Holocaust-Überlebenden: “Ich fühle heute Leere, Schmerz und Traurigkeit.”

Susanna Christensen, Überlebende des Konzentrationslagers Bergen-Belsen, posiert am 25.04.2015 in der Gedenkstätte Bergen-Belsen (Niedersachsen) für ein Porträtfoto. Am 26. April 2015 findet die Gedenkfeier zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen statt. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Ich hatte selten Arbeitstage, die so sehr geprägt waren von bewegenden Einzelschicksalen und von unvorstellbaren Grausamkeiten, wie die Tage der letzten Woche. Mit dem Auschwitz-Prozess in Lüneburg gegen den SS-Mann Oskar Gröning und dem 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen habe ich gleich zwei Themen für die dpa Deutsche Presse-Agentur fotografiert, bei denen man direkt mit den Schrecken des Holocaust konfrontriert wurde. In diesem Blogeintrag erzähle ich von meinen Erlebnissen der letzten Tage.

Weiterlesen

Meine Top15 Foto-Illustrationen und Symbolbilder für dpa

Es gibt Themen, über die deutsche Medien immer und immer wieder berichten, aber die man nicht einfach fotografieren kann. Um nur einige Beispiele zu nennen: Euro-Krise, Energiewende, Internet-Kriminalität, Arbeitsmarktzahlen, Facebook und psychische Erkrankungen.

Da Tageszeitungen und Online-Medien fast immer ein Foto zu ihren Artikeln veröffentlichen, braucht man auch zu solchen Themen passendes Fotomaterial. Als Fotograf der dpa Deutschen Presse-Agentur (dpa) versuche ich oftmals genau solche Themen zu fotografieren. Die Lösung für das Problem: Symbolbilder und Illustrationen.

Symbolbilder sind journalistisches Fotomaterial mit einem symbolischen Charakter. Das Foto von einer Schulklasse kann so zum Beispiel zu beinahe allen Themen verwendet werden, in denen es um Bildung an deutschen Schulen geht.

Illustrationen gehen noch einen Schritt weiter: Solche Fotos sind oftmals komplett gestellt und inszeniert. Da unsere journalistischen Fotos vor allem von Glaubwürdigkeit und Authentizität leben, ist es natürlich unabdingbar solche Fotos entsprechend zu kennzeichnen. Wir schreiben “ILLUSTRATION” zu Beginn des Bildtextes. So wissen unsere Kunden sofort “Das ist ein gestelltes, inszeniertes Foto, welches zur Illustration eines bestimmten Themas erstellt wurde.”

Ich habe aus dem Archiv 15 Symbolbilder und Illustrationen von mir zusammengestellt, die von Medien in Deutschland besonders häufig verwendet werden:

Weiterlesen

Wie fotografiert man eigentlich die Energiewende?

Blitze zucken am späten Abend vom 10.06.2014 am Himmel über Windrädern bei Algermissen im Landkreis Hildesheim (Niedersachsen). Foto: Julian Stratenschulte/dpa

In den letzten Monaten habe ich mich für die dpa Deutsche Presse-Agentur mit einem Thema ganz besonders auseinander gesetzt: Die Energiewende.

In deutschen Tageszeitungen, Online-Medien und Co. werden die Aspekte der Energiewende regelmäßig – manchmal beinahe täglich – thematisiert. Dazu bedarf es immer wieder passenden Fotomaterials.

Nur wie fotografiert man die Energiewende eigentlich?

Weiterlesen

Ein dpa-Bild und seine Geschichte: Das Katz-und-Maus-Spiel

Eine Katze spielt am 26.05.2014 in Hannover (Niedersachsen) mit einer kurz zuvor gefangenen Maus. Das minutenlange Katz-und-Maus-Spiel endete für die kleine Maus tödlich. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Den Begriff “Katz-und-Maus-Spiel” kennen Viele – und das nicht erst seit den Zeichentrickfiguren Tom & Jerry. Jetzt hatte ich wieder einmal das Glück Augenzeuge eines solchen Spiels zwischen Katze und Maus zu werden. Dieser Blogeintrag erzählt die Geschichte hinter den Fotos von dem “Katz-und-Maus-Spiel”, die über die dpa Deutsche Presse-Agentur verbreitet wurden und in einigen Print- und Onlinemedien zu sehen waren.

Weiterlesen

Ski, Steigeisen, Fotorucksack – Paralympics Sotschi 2014

Vom 5. bis 18. März 2014 war ich für die dpa Deutsche Presse-Agentur bei den Winter Paralympics im russischen Sotschi. In diesem Blogeintrag berichte ich darüber, wie ich elf Tage lang sämtliche Ski-Alpin-Wettwerbe fotografiert habe.

Anna Schaffelhuber of Germany in action during the Women’s Super G – Sitting in Rosa Khutor Alpine Center at the Sochi 2014 Paralympic Winter Games, Krasnaya Polyana, Russia, 10 March 2014. Schaffelhuber won the Gold Medal. Photo: Julian Stratenschulte/dpa

Ski-Alpin zählt als eine der Königsdiziplinen der Sportfotografie. Es ist nicht nur technisch und fotografisch überaus anspruchsvoll, sondern vor allem körperlich sehr, sehr anstrengend. Es gibt Fotokollegen, die sich über Jahre hinweg auf diese Art der Fotografie spezialisiert haben, den FIS Weltcup regelmäßig fotografieren und auch bei Olympia an der Piste stehen. Ich gehöre nicht zu diesen erfahrenen Kollegen, will aber mit diesem Blogeintrag (auch im Respekt gegenüber diesen Kollegen) einmal zeigen, wie die Actionaufnahmen entstehen, bei dem Skifahrer beim Downhill, Super G und Riesenslalom den Berg hinunterrasen, springen und den Schnee hochwirbeln.

Weiterlesen

Ein Bild und seine Geschichte: Der Wulff-Kuss

Ex-Bundespräsident Christian Wulff und Bettina Wulff begrüߟen sich am 12.12.2013 im Landgericht in Hannover (Niedersachsen). Der ehemalige Bundespräsident Wulff muss sich wegen Vorteilsannahme verantworten. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Der heutige Blick auf die Tageszeitungen freut mich. Auf unzähligen Titelseiten finden sich meine dpa-Fotos von Bettina und Christian Wulff auf dem Flur des Landgerichts in Hannover:

Wieviel Glück hinter den Fotos steckt und warum meine Kollegen Jochen Lübke und Peter Steffen genauso großen Anteil am Abdruckerfolg haben, erzähle ich in diesem Blog-Eintrag.

Weiterlesen

“Pool-Fotograf” beim Wulff-Prozess

So viele Titelfotos wie heute hatte ich noch nie: Viele deutsche Tageszeitungen berichten heute mit meinen Fotos von Christian Wulff über den Prozessauftakt gegen den Ex-Bundespräsidenten. Dass ich mich über soviele Abdrucke freuen kann, liegt allerdings vor allem daran, dass ich nur einer von vier Fotografen war, die beim Prozessauftakt fotografieren durften. Für die Deutsche Presse-Agentur dpa übernahm ich die Funktion des “Pool-Fotografen”.

Es ist ein historisches Ereignis: Erstmals steht ein ehemaliges Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland vor Gericht. Wulff muss sich vor dem Landgericht Hannover wegen Vorteilsannahme verantworten.

Das Medieninteresse am Prozessauftakt ist riesig. Damit nicht 50 Fotografen in dem recht kleinen Schwurgerichtssaal auf einmal fotografieren, entscheid sich das Landgericht Hannover für eine Pool-Lösung bei den Bildmedien. Vier Fotografen (zwei Nachrichtenagenturen und zwei freie Fotografen) und zwei Fernsehteams (einmal öffentlich-rechtlich, einmal Privatfernsehen) wurden zum Prozess zugelassen, unter der Prämisse, ihr Material kostenlos den Mitbewerbern zur Verfügung zu stellen.

Im Rahmen des Akkreditierungsverfahren wurde der Pool der Foto-Nachrichtenagenturen der dpa und der Nachrichtenagentur Reuters zugesprochen. Es wurde entschieden, dass wir unsere Fotos mit allen großen Nachrichtenagenturen (dpa, Reuters, AFP und AP) untereinander aufteilen.

Beim Prozessauftakt übernahm ich die Position des Pool-Fotografen für die dpa. Für Reuters war der Kollege Kai Pfaffenbach vor Ort. Aufgrund der Kürze der Zeit im Gerichtsaal (nur wenige Minuten bis zum Einzug des Vorsitzenden Richters) sprach ich mich mit Kai ab – unser Fotomaterial würde ja ohnehin jeweils hinterher allen Agenturen zur Verfügung stehen.

Ab kurz nach 9.00 Uhr warteten wir im Gerichtsaal.

Ich kannte den Schwurgerichtsaal 127 des Landgerichts sehr gut. Für die dpa hatte ich hier schon häufig fotografiert:
- den “Maschseemörder”, der eine Prostituierte zerstückelte und in den Maschsee warf,
- einen Mann, der seine 76-jährige Nachbarin wegen 150 Euro getötet hatte,
- einen Familienvater, der fast 20 Jahre lang seine kleine Schwester und später seine eigene Tochter sexuell missbraucht hatte.

Heute also Ex-Bundespräsident Christian Wulff wegen Vorteilsannahme – für 753,90 Euro.

Bei allen Mordprozessen vor dem Landgericht bin ich nie kontrolliert worden. Heute beim Wulff-Prozess kontrollieren mich gleich drei Justizbeamte, tasten mich ab, schauen in meine Taschen.

Währenddessen stehen drei meiner dpa-Fotokollegen draußen in der Kälte. Sie wollen die Ankunft Wulffs bis zur Eingangstür des Landgerichts fotografieren. Vor dem Gericht gab es keine Pool-Lösung. Auch jeweils ein AFP- und ein Reuters-Fotograf versuchten Wulff im Getümmel der Kamerateams abzulichten.

Um 9.40 Uhr betrat zuerst die Staatsanwaltschaft den Gerichtsaal. Ich lichtete die Anwälte ab, fotografierte den Mitangeklagten David Groenewold. N24 berichtete da schon live aus dem Gerichtssaal und filmte auch uns Fotografen:

Um kurz vor 10 Uhr betrat Wulff den Gerichtsaal. In den nächsten knapp 10 Minuten löste ich meine Kameras 372-mal aus. In hatte drei Kameragehäuse dabei – mit 14-24mm, 24-70mm und 70-200mm Objektiven.
Ich versuchte unterschiedliche Perspektiven zu finden, Wulff mit verschiedenen Gestiken und Mimiken abzulichten. Er positionierte sich zwischen seine Anwälte und sprache leise mit ihnen. Mir fiel die kleine Jacketnadel auf. Ich fotografierte das Detail – das Bundesverdienstkreuz wie sich später herausstellen sollte.

In dieser kurzen Zeit ist man hochkonzentriert. Man muss auf alles achten, darf nichts vergessen. Beim Einzug des Gerichts wollte ich noch ein Foto von Wulff und dem Richter Frank Rosenow machen. Kein leichtes Unterfangen, denn in dem recht dunklen Gerichtssaal mit geschlossener Blende (für viel Tiefenschärfe) zu fotografieren war schwierig. Bei 70mm Brennweite, Blende 13, einer Lichtempfindlichkeit von ISO 4000 kam ich auf eine Verschlusszeit von 1/30 sec. Die Gefahr, dass Foto zu verwackeln war groß. Von 23 Auslösungen waren aber zum Glück zwei Bilder scharf.

Richter Frank Rosenow bat die Prozessbeteiligten, Platz zu nehmen. Wulff blieb stehen. Das symbolträchtige Foto, wie er auf der “Anklagebank” (die eigentlich ein Stuhl ist) sitzt, wollte er nicht ermöglichen. Justizbeamten führten uns aus dem Gerichtssaal.

Im benachbarten Arbeitsraum wählte ich meine Fotos aus, bearbeitete und beschriftete sie, um sie in die dpa-Fotoredaktion in Berlin zu schicken.
Die Bildbeschriftungen und alle Namen der Prozessbeteiligten hatte ich vorbereitet.

Ich schickte zahlreiche Fotos:

In kurzer Zeit waren die Fotos im Dienst und standen Medien auf der ganzen Welt zur Verfügung. AFP, Reuters und AP bekamen das identische Fotomaterial zur Verfügung gestellt und sendeten es mit ihrem jeweiligen Credit. Das erklärt auch, warum unter meinen Fotos später manchmal “Julian Stratenschulte / dpa” und manchmal “Julian Stratenschulte / Reuters” stand.

Auf den großen Online-Nachrichtenportalen waren meine Fotos schnell zu sehen. Am Abend schaute ich in Ruhe die Fernsehnachrichten. Das Groteske ist nämlich: Man ist zwar so nah dran am Prozessgeschehen, wie kaum ein anderer. Da ich aber weder das Wulff-Statement vor dem Landgericht noch seine Rede im Gerichtssaal gehört habe, wusste ich über das aktuelle Prozessgeschehen erst einmal rein gar nichts.

In den Fernsehnachrichten sah ich meine Fotos:

In den nächsten Wochen und Monaten stehen uns weitere Prozesstage bevor. Meine Kollegen von der dpa und ich werden weiterhin den Foto-Pool der Nachrichtenagenturen übernehmen.

Die ein oder andere kreative Bilddee habe ich noch. An den 21 Prozesstagen wird es genug Möglichkeiten geben, diese umsetzen.

Ankunft von Syrien-Flüchtlingen: Wie ein dpa-Foto innerhalb kurzer Zeit in die Tagesschau kommt…

Flüchtlinge aus Syrien kommen am 11.09.2013 am Flughafen Hannover (Niedersachsen) an. Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++(c) dpa – Bildfunk+++

Im September sind die ersten Flüchtlinge aus Syrien in Deutschland angekommen. Am 11.09.2013 war die Ankunft am Flughafen in Hannover eines der großen bundesweiten Nachrichtenthemen des Tages. Dementsprechend haben wir – das Bildbüro Niedersachsen der dpa Deutschen Presse-Agentur – diesen Termin mit zwei Fotografen besetzt, um ein umfangreiches und abwechslungsreiches Bildangebot fotografieren zu können.

Da wir unsere Kunden schnell mit aktuellen Fotos versorgen wollten, haben wir uns zu sogenanntem “Remote-Editing” entschieden. Normalerweise fotografieren wir einen Termin, kopieren die Fotos vor Ort auf unseren Laptop, suchen die Motive aus, bearbeiten und beschriften die Fotos, um sie dann in die dpa-Fotoredaktion nach Berlin zu schicken.

Beim Remote-Editing entfällt das eigene Bearbeiten des Bildmaterials vor Ort: Wir schicken einzelne Fotos direkt aus der Kamera in die Fotoredaktion. Im Redaktionssystem wird lediglich das Foto und der Name des Fotografen angezeigt. Um die Bearbeitung und Beschriftung des Bildes kümmert sich ein Fotoredakteur in Berlin.
Vorteil: Die Fotos sind sehr schnell nach der Aufnahme beim Kunden; und als Fotograf kann man sich voll und ganz auf das Fotografieren konzentrieren, ohne wertvolle Zeit am Laptop zu verlieren.

Technisch gesehen ist meine Kamera Nikon D4 mit einem kleinen W-Lan Transmitter ausgerüstet. In meiner Hosentasche habe ich einen sogenannten MiFi – ein kleiner mobiler Router, der mit einer Sim-Karte (wie in einem Handy) ausgerüstet ist und einen mobilen W-Lan Hotspot aufbaut.

Links LTE-MiFi, rechts Nikon D4 mit W-Lan Transmitter

Dank LTE ist die Verbindung sehr schnell. Kamera und MiFi sind miteinander verbunden – und Fotos können so direkt in der Kamera markiert werden, um sie automatisch per FTP-Upload in das dpa-Redaktionssystem zu schicken.

Weiterlesen

Video – Making of… Cabrio-Illustration

ILLUSTRATION – Zwei Männer fahren am 22.10.2013 mit einem Cabrio durch den herbstlich verfärbten Stadtwald Eilenriede in Hannover (Niedersachsen) (Aufnahme mit langer Verschlusszeit). Im goldenen Oktober öffnen Cabrio-Fahrer oft noch mal das Verdeck. Fahren «oben ohne» ist in Deutschland seit Jahren ein ungebrochener Trend. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Mein Kollege Heiko Lossie – Wirtschaftsredakteur bei dpa Deutsche Presse-Agentur in Hannover – hat vor kurzem für die dpa einen Hintergrundbericht zum weltweiten Cabrio-Markt verfasst (u.a. online bei der Main Post). Heiko bat mich, eine zur Jahreszeit passenden Illustration zu fotografieren – also ein Cabrio, welches durch herbstlich verfärbte Wälder braust.

An einem sonnigen Nachmittag bauten wir also einen Nikon D700 mit 14-24mm Weitwinkelzoom und Funkauslöser an die Rückbank eines offenen Cabrios. Mit zwei Magic-Arm Spezialstativen war die Kamera sicher befestigt. Durch lange Verschlusszeiten (0,5 sec bis 1 sec) konnten wir dynamische Fotos realisieren, auch wenn von 230 Fotos am Ende gerade einmal zwei Motive verwendet wurden.

Mehr zu der Entstehung der Fotos im nachfolgenden kurzen Video:

 

Wahlplakate wohin das Auge blickt

Ein Mann klebt am 23.08.2013 in Hannover (Niedersachsen) Wahlplakate zum Bundestagswahlkampf von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf eine Stellwand (Bildkombo). Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Seit Wochen lächeln sie im ganzen Land: Die Politiker buhlen um die Gunst der Wähler für die Bundestagswahl 2013. Meist freundlich präsentieren sich die Spitzenkandidaten der Parteien und Bundestagskandidaten auf Wahlplakaten.

Selten habe ich Peer Steinbrück und Angela Merkel so häufig fotografiert, wie in diesen Tagen – und das ohne sie wirklich real zu sehen. Für die dpa Deutsche Presse-Agentur habe ich viele so genannter Feature-Fotos von Wahlplakaten aufgenommen. Einige dieser Fotos erscheinen derzeit immer wieder in Tageszeitungen und Online-Medien zur Vorberichterstattung zur Bundestagswahl. Wie einzelne dieser Fotos entstanden sind, erzähle ich in diesem Blog-Eintrag. Weiterlesen

Meine Katze Pixel

Meine Katze Pixel hat sich doch glatt in meinem Kamerakoffer versteckt – und wollte mit zur Arbeit… Leider musste er doch noch Platz machen für mein 500mm Objektiv ;-)

Ein Bild und seine Geschichte: Die Sternschwimmer

Zwei Mädchen und drei Jungen liegen am 15.07.2013 sternförmig auf einer Holzinsel im Heiseder See bei Sarstedt im Landkreis Hildesheim (Niedersachsen). Foto: Julian Stratenschulte/dpa

“Glück” – ein Wort, welches bei vielen meiner Lieblingsbildern eine große Rolle gespielt hat. Und auch bei dem Foto von den fünf Jugendlichen, die völlig entspannt das schöne Sommerwetter auf einer kleinen hölzernen Badeinsel im Heiseder See südlich von Hannover genießen, hatte ich viel Glück. Hier die Geschichte zu dem Foto, welches unter anderem auf dem Titel der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht wurde:

Montag, 15.07.2013 – die Terminlage für uns, das Landesbüro der Deutschen Presse-Agentur dpa in Niedersachsen, ist übersichtlich. Mit Initiativen und eigenen Geschichten stellen wir trotzdem ein spannendes Programm auf die Beine, mit dem unsere Kunden ihre Zeitungsseiten und Online-Angebote gut füllen können. Und für uns Fotografen gibt es so etwas wie das Sommerloch ohnehin nicht: Es gibt immer etwas Spannendes zu fotografieren.

Blauer Himmel, Sonnenschein, Schulferien – die Menschen zieht es ins Freie. Das Wetter sollte in den kommenden Tage eine größere Rolle in den Medien spielen. Mein Kollege und dpa-Cheffotograf in Hannover, Jochen Lübke, schlug vor, kurzfristig einen Flug mit einem Ultraleicht-Flieger zu “chartern”. Schon lange hatten wir vor, bei schönen Wetter über Hannover zu fliegen, um diverse Gebäude zu fotografieren und unterschiedliche Geschichten zu illustrieren. Bei dem Rundflug könnte man dann sofort nach Wetter-Bildern Ausschau halten.  Weiterlesen

Faszination Gewitterfotografie – Wie mich ein Blitzeinschlag zum Fotojournalismus brachte …

Ein Blitz schlägt am 06.07.2006 in der Altstadt von Arnsberg (Hochsauerlandkreis) während eines Unwetters ein. Rechts im Bild ist der illuminierte Glockenturm, das Wahrzeichen der Stadt, zu sehen. (AP Photo / Julian Stratenschulte)

Der Moment, in dem man zum Himmel blickt, einen gigantischen Blitzeinschlag sieht und man weiß “diesen Blitz habe ich gerade auf mein Foto gebannt” ist für mich Faszination pur. Man hält Augenblicke fest, die es nie mehr ein zweites Mal geben wird. Momente, die absolut einzigartig sind.

Mit einem Foto von einem Blitzeinschlag hatte ich im Sommer 2003 meinen ersten Abdruck in einer Tageszeitung überhaupt – und drei Jahre später war es auch das Foto von einem Blitzeinschlag, welches zu meinem ersten Foto für die dpa Deutsche Presse-Agentur werden sollte.

Aber der Reihe nach: Ohne einen Blitzeinschlag am 3. Juni 2003 wäre ich vielleicht nie Fotojournalist geworden. Damals zog eine Unwetterfront über meine Heimatstadt Arnsberg hinweg. Weiterlesen

Hochwasser in Niedersachsen

Ein Fahrradfahrer steht am 30.05.2013 auf einer vom Hochwasser überfluteten Straße bei Hannover (Niedersachsen). Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Die letzten Tage waren wir – meine dpa-Kollegen in Hannover und ich – mit dem Hochwasser in Niedersachsen beschäftigt. Am letzten Wochenende hatte es in Südniedersachsen stundenlang geregnet und infolgedessen traten zahlreiche Bäche und Flüsse über die Ufer.

Vom Harz bis nach Hannover und Braunschweig reichte das betroffene Gebiet. Für die Berichterstattung ist das nicht gerade einfach, weil zahlreiche Ortschaften betroffen sind – und man von den besonders stark betroffenen Orten berichten will. Am Montag waren wir also als Team unterwegs – in enger Absprache mit unseren Wortkollegen, die telefonisch bei Feuerwehren, Polizeistationen und Krisenstäben Informationen besorgten und an uns weitergaben. Ein Fotograf war im Harz, einer rund um Hannover unterwegs. Weiterlesen

Möhnekatastrophe 1943 – Ein früher Fotojournalist in meiner Familie?!?

Ein Kind steht vor der zerstoerten Moehnetalsperre im Mai 1943. (Foto: Stratenschulte) – Repro: Julian Stratenschulte / picture alliance

Im Mai 2013 jährt sich die Möhnekatastrophe zum siebzigsten mal. In der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1943 wurde die Möhnetalsperre von der britischen Royal Air Force bei der Operation Chastise mit einer über das Wasser springenden, an der Mauer explodierenden Bombe gesprengt. Die Wassermaßen überfluteten das Ruhrtal und rissen 1200 Menschen in den Tod. Die britischen Piloten Lancaster-Bombern gingen als Dambusters (engl. “Dammbrecher”) in die Geschichte ein. Weiterlesen

Vier Fotografen, neun Kameras, 16 Objektive, 100m Kabel – und ein neuer Ministerpräsident

Niedersachsens neuer Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) schwört am 19.02.2013 im niedersächsischen Landtag in Hannover (Niedersachsen) seinen Amtseid. Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++(c) dpa – Bildfunk+++

Fotografieren bei einer Nachrichtenagentur ist Teamarbeit. Ein Beispiel für gelungene Zusammenarbeit im Team war für uns – die dpa-Fotografen in Niedersachsen – die Wahl und Vereidigung des neuen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) am 19.02.2013.

Wir waren mit insgesamt vier Fotografen im niedersächsischen Landtag in Hannover. Die konstituierende Sitzung mit der Wahl und Vereidigung der neuen Landesregierung haben wir mit zwei Fotografen (Holger Hollemann & Peter Steffen) auf den Pressetribünen besetzt. Ich durfte im Plenum fotografieren. Hinzu kam noch Kollege Jochen Lübke, der das komplette Fotomaterial aller Fotografen sichtete, auswählte, bearbeitete, beschriftete und in die dpa-Fotoredaktion nach Berlin schickte.

Unser Equipment:

Um möglichst schnell arbeiten zu können haben wir im Landtag am Vortag ein eigenes Netzwerk (mit einem normalen W-LAN Router) aufgebaut. Weiterlesen

Video – Making of… Scheunenbrand

Am 15. Oktober 2012 stirbt ein Kind bei einem Scheunenbrand in Niedersachsen. Ich war für die Deutsche Presse-Agentur dpa am frühen Morgen vor Ort und habe die Löscharbeiten fotografiert. Nachfolgend ein kurzes Making of… Video vom Fotografieren und vom Bearbeiten und Senden der Bilder in die dpa-Fotoredaktion nach Berlin:

Das Video hat eine Auflösung von 720p – ein Klick auf den HD Button und den Fullscreen Button lohnt sich also.