Allgemeiner Hinweis / Disclaimer

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Die in diesem diesem Blog vom Autor – Julian Stratenschulte – veröffentlichten Beiträge sind private Äußerungen. Unabhängig von ihrem Inhalt stellen sie weder Äußerungen seines Arbeitgebers – dpa Deutsche Presse-Agentur oder auch vorherigen Arbeitgebern – dar, noch sind sie geeignet, Rückschlüsse auf die Sichtweise des Arbeitgebers zu den behandelten Themen zu ziehen.

Ein dpa-Bild und seine Geschichte: Das Kettenkarussell im Sonnenuntergang

Besucher fahren am 20.08.2016 Kettenkarussell während dem Sonnenuntergang beim 5. Bergfest auf dem Kaliberg in Sehnde in der Region Hannover (Niedersachsen). Auf der sonst gesperrten Abraumhalde der Kalisalzproduktion – von der Bevölkerung “Kalimandscharo” genannt – haben am Wochenende hunderte Menschen gefeiert. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Viele meiner Fotos für die dpa Deutsche Presse-Agentur entstehen entweder auf Terminen oder ganz spontan durch zufällige Begegnungen. Hinter manchen Fotos steckt aber manchmal mehr Planung, als man auf den ersten Blick erahnen könnte. So wie bei meinem Foto vom Kettenkarussell mit der riesigen untergehenden Sonne. Die Geschichte hinter diesem Foto erzähle ich in diesem Blogeintrag.

Abseits des Terminjournalismus sind bei Nachrichtenagenturen immer auch schöne Fotos zu allen möglichen Themen gefragt. In den Sommermonanten sind das vor allem “Wetter-Feature”, also Fotos, die zeigen wie schön (oder im Sommer 2016 eher wie schlecht) das Wetter ist.
Seit 2014 wohne ich auf dem Land bei Sehnde in der Region Hannover – dort wo sich Hase und Igel gute Nacht sagen. Inmitten der Natur kann man natürlich besonders gut fotografieren. Aus unserem Wohnzimmer blicke ich auf den Kaliberg in Sehnde – einer Abraumhalde der Kalisalzproduktion.

Der Berg, den die Bevölkerung auch “Kalimandscharo” oder “Monte Kali” nennt, wird derzeit begrünt. Eines Tages soll der Berg für Wanderer freigegeben werden, bis dahin ist das Gebiet aber weiträumig abgesperrt. Nur alle drei Jahre findet auf dem “Gipfel” des Kalibergs ein Bergfest statt. Zum fünften Mal strömten nun am Wochenende 20./21. August Tausende Besucher auf den Berg.
Da ich aus unseren Dachgeschossfenstern gen Westen zu dem Berg blicke, habe ich schon hunderte Male schöne Sonnenuntergänge am Berg sehen können. Die Idee war also schnell da: Ein Foto vom Sonnenuntergang mit den Besuchern des Bergfestes.

Gesagt, getan. Aber das Unterfangen war schwieriger als gedacht. Ich musste erst einmal den richtigen Standort finden. Wo muss ich stehen, dass die Sonne genau hinter dem Bergplateau versinkt? Inmitten eines abgeerntenten Getreidefeldes hatte ich dann schon zwei Tage zuvor einen guten Standort gefunden. Mit Hilfe einer App auf dem iPhone konnte ich dann am frühen Samstagabend gut vorhersagen, ob die Sonne im Verlauf des Abends an der richtigen Stelle steht:

Als es dann endlich so weit war, zog eine breite Wolkenfront auf, die genau im falschen Moment die Sonne verdeckte. Unterhalb der Wolken war aber noch klare Sicht und ich wusste, dass die Sonne noch einmal kurz durch die Wolken scheinen würde. Dafür musste ich nur kurzfristig meinen Standort deutlich weiter “nach hinten” verlegen – um fast einen Kilometer. Ich musste beeilen, denn die Sonne geht schneller unter, als man denkt.

Am Ende sprintete ich über einen öffentlichen Weg auf einen Golfplatz am Mittellandkanal. Meine Entfernung von dort zum Kaliberg betrug ca. drei Kilometer:

Und ich hatte Glück: Die Sonne zeigte sich doch noch einmal zwischen Wolken und ging wie ein Feuerball am Horizont unter.

Besucher stehen am 20.08.2016 während dem Sonnenuntergang beim 5. Bergfest auf dem Kaliberg in Sehnde in der Region Hannover (Niedersachsen). Auf der sonst gesperrten Abraumhalde der Kalisalzproduktion – von der Bevölkerung “Kalimandscharo” genannt – haben am Wochenende hunderte Menschen gefeiert. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Meine ursprüngliche Idee war, die untergehende Sonne mit einem Superteleobjektiv zu fotografieren. Mit meiner Nikon D5, dem 600mm Objektiv und 1,7 Teleconverter hatte ich immerhin eine Brennweite von 1020 mm. Selbst damit kann man nicht die Sonne formatfüllend fotografieren, aber sie erscheint schon sehr groß.

Archivbild

Mein großes Glück war, dass sich das Kettenkarussell auf dem Bergplateau genau im richtigen Moment drehte. Von meinem Sprint über den Golfplatz war ich noch völlig außer Atem und ich hatte Schwierigkeiten, die schwere Kamera ruhig zu halten.
Ich veränderte nochmals meinen Standort und fotografierte das Motiv auch noch in etwas anderer Variante:

Besucher fahren am 20.08.2016 bei Sonnenuntergang Kettenkarussell beim 5. Bergfest auf dem Kaliberg in Sehnde in der Region Hannover (Niedersachsen). Auf der sonst gesperrten Abraumhalde der Kalisalzproduktion – von der Bevölkerung «Kalimandscharo» genannt – haben am Wochenende hunderte Menschen gefeiert. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Das nächste Bergfest auf dem “Kalimandscharo” findet erst im Jahr 2019 statt. Bis dahin kann ich mir ja noch ein neues Motiv überlegen :-)

 

Als Fotograf beim Eurovision Song Contest

Sweden Twelve points, Sweden douze points…

Vom 19. bis 24. Mai war ich für die dpa Deutsche Presse-Agentur in Wien, um den Eurovision Song Contest (ESC) zu fotografieren. Auch wenn die eigentliche TV-Show vor 200 Millionen Fernsehzuschauern nur knapp vier Stunden dauert, steckt hinter dem ESC monatelange Arbeit für die European Broadcasting Union EBU. Und auch für einen Fotografen ist es mit vier Stunden Fotografieren nicht getan. Davon erzähle ich in diesem Blogeintrag.

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Porträtfotos von Holocaust-Überlebenden: “Ich fühle heute Leere, Schmerz und Traurigkeit.”

Susanna Christensen, Überlebende des Konzentrationslagers Bergen-Belsen, posiert am 25.04.2015 in der Gedenkstätte Bergen-Belsen (Niedersachsen) für ein Porträtfoto. Am 26. April 2015 findet die Gedenkfeier zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen statt. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Ich hatte selten Arbeitstage, die so sehr geprägt waren von bewegenden Einzelschicksalen und von unvorstellbaren Grausamkeiten, wie die Tage der letzten Woche. Mit dem Auschwitz-Prozess in Lüneburg gegen den SS-Mann Oskar Gröning und dem 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen habe ich gleich zwei Themen für die dpa Deutsche Presse-Agentur fotografiert, bei denen man direkt mit den Schrecken des Holocaust konfrontriert wurde. In diesem Blogeintrag erzähle ich von meinen Erlebnissen der letzten Tage.

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Meine Top15 Foto-Illustrationen und Symbolbilder für dpa

Es gibt Themen, über die deutsche Medien immer und immer wieder berichten, aber die man nicht einfach fotografieren kann. Um nur einige Beispiele zu nennen: Euro-Krise, Energiewende, Internet-Kriminalität, Arbeitsmarktzahlen, Facebook und psychische Erkrankungen.

Da Tageszeitungen und Online-Medien fast immer ein Foto zu ihren Artikeln veröffentlichen, braucht man auch zu solchen Themen passendes Fotomaterial. Als Fotograf der dpa Deutschen Presse-Agentur (dpa) versuche ich oftmals genau solche Themen zu fotografieren. Die Lösung für das Problem: Symbolbilder und Illustrationen.

Symbolbilder sind journalistisches Fotomaterial mit einem symbolischen Charakter. Das Foto von einer Schulklasse kann so zum Beispiel zu beinahe allen Themen verwendet werden, in denen es um Bildung an deutschen Schulen geht.

Illustrationen gehen noch einen Schritt weiter: Solche Fotos sind oftmals komplett gestellt und inszeniert. Da unsere journalistischen Fotos vor allem von Glaubwürdigkeit und Authentizität leben, ist es natürlich unabdingbar solche Fotos entsprechend zu kennzeichnen. Wir schreiben “ILLUSTRATION” zu Beginn des Bildtextes. So wissen unsere Kunden sofort “Das ist ein gestelltes, inszeniertes Foto, welches zur Illustration eines bestimmten Themas erstellt wurde.”

Ich habe aus dem Archiv 15 Symbolbilder und Illustrationen von mir zusammengestellt, die von Medien in Deutschland besonders häufig verwendet werden:

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Wie fotografiert man eigentlich die Energiewende?

Blitze zucken am späten Abend vom 10.06.2014 am Himmel über Windrädern bei Algermissen im Landkreis Hildesheim (Niedersachsen). Foto: Julian Stratenschulte/dpa

In den letzten Monaten habe ich mich für die dpa Deutsche Presse-Agentur mit einem Thema ganz besonders auseinander gesetzt: Die Energiewende.

In deutschen Tageszeitungen, Online-Medien und Co. werden die Aspekte der Energiewende regelmäßig – manchmal beinahe täglich – thematisiert. Dazu bedarf es immer wieder passenden Fotomaterials.

Nur wie fotografiert man die Energiewende eigentlich?

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Ein dpa-Bild und seine Geschichte: Das Katz-und-Maus-Spiel

Eine Katze spielt am 26.05.2014 in Hannover (Niedersachsen) mit einer kurz zuvor gefangenen Maus. Das minutenlange Katz-und-Maus-Spiel endete für die kleine Maus tödlich. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Den Begriff “Katz-und-Maus-Spiel” kennen Viele – und das nicht erst seit den Zeichentrickfiguren Tom & Jerry. Jetzt hatte ich wieder einmal das Glück Augenzeuge eines solchen Spiels zwischen Katze und Maus zu werden. Dieser Blogeintrag erzählt die Geschichte hinter den Fotos von dem “Katz-und-Maus-Spiel”, die über die dpa Deutsche Presse-Agentur verbreitet wurden und in einigen Print- und Onlinemedien zu sehen waren.

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Ski, Steigeisen, Fotorucksack – Paralympics Sotschi 2014

Vom 5. bis 18. März 2014 war ich für die dpa Deutsche Presse-Agentur bei den Winter Paralympics im russischen Sotschi. In diesem Blogeintrag berichte ich darüber, wie ich elf Tage lang sämtliche Ski-Alpin-Wettwerbe fotografiert habe.

Anna Schaffelhuber of Germany in action during the Women’s Super G – Sitting in Rosa Khutor Alpine Center at the Sochi 2014 Paralympic Winter Games, Krasnaya Polyana, Russia, 10 March 2014. Schaffelhuber won the Gold Medal. Photo: Julian Stratenschulte/dpa

Ski-Alpin zählt als eine der Königsdiziplinen der Sportfotografie. Es ist nicht nur technisch und fotografisch überaus anspruchsvoll, sondern vor allem körperlich sehr, sehr anstrengend. Es gibt Fotokollegen, die sich über Jahre hinweg auf diese Art der Fotografie spezialisiert haben, den FIS Weltcup regelmäßig fotografieren und auch bei Olympia an der Piste stehen. Ich gehöre nicht zu diesen erfahrenen Kollegen, will aber mit diesem Blogeintrag (auch im Respekt gegenüber diesen Kollegen) einmal zeigen, wie die Actionaufnahmen entstehen, bei dem Skifahrer beim Downhill, Super G und Riesenslalom den Berg hinunterrasen, springen und den Schnee hochwirbeln.

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Ein Bild und seine Geschichte: Der Wulff-Kuss

Ex-Bundespräsident Christian Wulff und Bettina Wulff begrüߟen sich am 12.12.2013 im Landgericht in Hannover (Niedersachsen). Der ehemalige Bundespräsident Wulff muss sich wegen Vorteilsannahme verantworten. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Der heutige Blick auf die Tageszeitungen freut mich. Auf unzähligen Titelseiten finden sich meine dpa-Fotos von Bettina und Christian Wulff auf dem Flur des Landgerichts in Hannover:

Wieviel Glück hinter den Fotos steckt und warum meine Kollegen Jochen Lübke und Peter Steffen genauso großen Anteil am Abdruckerfolg haben, erzähle ich in diesem Blog-Eintrag.

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Wahlplakate wohin das Auge blickt

Ein Mann klebt am 23.08.2013 in Hannover (Niedersachsen) Wahlplakate zum Bundestagswahlkampf von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf eine Stellwand (Bildkombo). Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Seit Wochen lächeln sie im ganzen Land: Die Politiker buhlen um die Gunst der Wähler für die Bundestagswahl 2013. Meist freundlich präsentieren sich die Spitzenkandidaten der Parteien und Bundestagskandidaten auf Wahlplakaten.

Selten habe ich Peer Steinbrück und Angela Merkel so häufig fotografiert, wie in diesen Tagen – und das ohne sie wirklich real zu sehen. Für die dpa Deutsche Presse-Agentur habe ich viele so genannter Feature-Fotos von Wahlplakaten aufgenommen. Einige dieser Fotos erscheinen derzeit immer wieder in Tageszeitungen und Online-Medien zur Vorberichterstattung zur Bundestagswahl. Wie einzelne dieser Fotos entstanden sind, erzähle ich in diesem Blog-Eintrag. Weiterlesen

Meine Katze Pixel

Meine Katze Pixel hat sich doch glatt in meinem Kamerakoffer versteckt – und wollte mit zur Arbeit… Leider musste er doch noch Platz machen für mein 500mm Objektiv ;-)

Ein Bild und seine Geschichte: Die Sternschwimmer

Zwei Mädchen und drei Jungen liegen am 15.07.2013 sternförmig auf einer Holzinsel im Heiseder See bei Sarstedt im Landkreis Hildesheim (Niedersachsen). Foto: Julian Stratenschulte/dpa

“Glück” – ein Wort, welches bei vielen meiner Lieblingsbildern eine große Rolle gespielt hat. Und auch bei dem Foto von den fünf Jugendlichen, die völlig entspannt das schöne Sommerwetter auf einer kleinen hölzernen Badeinsel im Heiseder See südlich von Hannover genießen, hatte ich viel Glück. Hier die Geschichte zu dem Foto, welches unter anderem auf dem Titel der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht wurde:

Montag, 15.07.2013 – die Terminlage für uns, das Landesbüro der Deutschen Presse-Agentur dpa in Niedersachsen, ist übersichtlich. Mit Initiativen und eigenen Geschichten stellen wir trotzdem ein spannendes Programm auf die Beine, mit dem unsere Kunden ihre Zeitungsseiten und Online-Angebote gut füllen können. Und für uns Fotografen gibt es so etwas wie das Sommerloch ohnehin nicht: Es gibt immer etwas Spannendes zu fotografieren.

Blauer Himmel, Sonnenschein, Schulferien – die Menschen zieht es ins Freie. Das Wetter sollte in den kommenden Tage eine größere Rolle in den Medien spielen. Mein Kollege und dpa-Cheffotograf in Hannover, Jochen Lübke, schlug vor, kurzfristig einen Flug mit einem Ultraleicht-Flieger zu “chartern”. Schon lange hatten wir vor, bei schönen Wetter über Hannover zu fliegen, um diverse Gebäude zu fotografieren und unterschiedliche Geschichten zu illustrieren. Bei dem Rundflug könnte man dann sofort nach Wetter-Bildern Ausschau halten.  Weiterlesen

Faszination Gewitterfotografie – Wie mich ein Blitzeinschlag zum Fotojournalismus brachte …

Ein Blitz schlägt am 06.07.2006 in der Altstadt von Arnsberg (Hochsauerlandkreis) während eines Unwetters ein. Rechts im Bild ist der illuminierte Glockenturm, das Wahrzeichen der Stadt, zu sehen. (AP Photo / Julian Stratenschulte)

Der Moment, in dem man zum Himmel blickt, einen gigantischen Blitzeinschlag sieht und man weiß “diesen Blitz habe ich gerade auf mein Foto gebannt” ist für mich Faszination pur. Man hält Augenblicke fest, die es nie mehr ein zweites Mal geben wird. Momente, die absolut einzigartig sind.

Mit einem Foto von einem Blitzeinschlag hatte ich im Sommer 2003 meinen ersten Abdruck in einer Tageszeitung überhaupt – und drei Jahre später war es auch das Foto von einem Blitzeinschlag, welches zu meinem ersten Foto für die dpa Deutsche Presse-Agentur werden sollte.

Aber der Reihe nach: Ohne einen Blitzeinschlag am 3. Juni 2003 wäre ich vielleicht nie Fotojournalist geworden. Damals zog eine Unwetterfront über meine Heimatstadt Arnsberg hinweg. Weiterlesen

Hochwasser in Niedersachsen

Ein Fahrradfahrer steht am 30.05.2013 auf einer vom Hochwasser überfluteten Straße bei Hannover (Niedersachsen). Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Die letzten Tage waren wir – meine dpa-Kollegen in Hannover und ich – mit dem Hochwasser in Niedersachsen beschäftigt. Am letzten Wochenende hatte es in Südniedersachsen stundenlang geregnet und infolgedessen traten zahlreiche Bäche und Flüsse über die Ufer.

Vom Harz bis nach Hannover und Braunschweig reichte das betroffene Gebiet. Für die Berichterstattung ist das nicht gerade einfach, weil zahlreiche Ortschaften betroffen sind – und man von den besonders stark betroffenen Orten berichten will. Am Montag waren wir also als Team unterwegs – in enger Absprache mit unseren Wortkollegen, die telefonisch bei Feuerwehren, Polizeistationen und Krisenstäben Informationen besorgten und an uns weitergaben. Ein Fotograf war im Harz, einer rund um Hannover unterwegs. Weiterlesen

Möhnekatastrophe 1943 – Ein früher Fotojournalist in meiner Familie?!?

Ein Kind steht vor der zerstoerten Moehnetalsperre im Mai 1943. (Foto: Stratenschulte) – Repro: Julian Stratenschulte / picture alliance

Im Mai 2013 jährt sich die Möhnekatastrophe zum siebzigsten mal. In der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1943 wurde die Möhnetalsperre von der britischen Royal Air Force bei der Operation Chastise mit einer über das Wasser springenden, an der Mauer explodierenden Bombe gesprengt. Die Wassermaßen überfluteten das Ruhrtal und rissen 1200 Menschen in den Tod. Die britischen Piloten Lancaster-Bombern gingen als Dambusters (engl. “Dammbrecher”) in die Geschichte ein. Weiterlesen

Vier Fotografen, neun Kameras, 16 Objektive, 100m Kabel – und ein neuer Ministerpräsident

Niedersachsens neuer Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) schwört am 19.02.2013 im niedersächsischen Landtag in Hannover (Niedersachsen) seinen Amtseid. Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++(c) dpa – Bildfunk+++

Fotografieren bei einer Nachrichtenagentur ist Teamarbeit. Ein Beispiel für gelungene Zusammenarbeit im Team war für uns – die dpa-Fotografen in Niedersachsen – die Wahl und Vereidigung des neuen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) am 19.02.2013.

Wir waren mit insgesamt vier Fotografen im niedersächsischen Landtag in Hannover. Die konstituierende Sitzung mit der Wahl und Vereidigung der neuen Landesregierung haben wir mit zwei Fotografen (Holger Hollemann & Peter Steffen) auf den Pressetribünen besetzt. Ich durfte im Plenum fotografieren. Hinzu kam noch Kollege Jochen Lübke, der das komplette Fotomaterial aller Fotografen sichtete, auswählte, bearbeitete, beschriftete und in die dpa-Fotoredaktion nach Berlin schickte.

Unser Equipment:

Um möglichst schnell arbeiten zu können haben wir im Landtag am Vortag ein eigenes Netzwerk (mit einem normalen W-LAN Router) aufgebaut. Weiterlesen

Video – Making of… Scheunenbrand

Am 15. Oktober 2012 stirbt ein Kind bei einem Scheunenbrand in Niedersachsen. Ich war für die Deutsche Presse-Agentur dpa am frühen Morgen vor Ort und habe die Löscharbeiten fotografiert. Nachfolgend ein kurzes Making of… Video vom Fotografieren und vom Bearbeiten und Senden der Bilder in die dpa-Fotoredaktion nach Berlin:

Das Video hat eine Auflösung von 720p – ein Klick auf den HD Button und den Fullscreen Button lohnt sich also.

Mein Workflow in Photo Mechanics

Die Silhouette der Paltrockmühle Asel in Harsum im Landkreis Hildesheim (Niedersachsen) zeichnet sich am 06.02.2013 vor der untergehenden Sonne ab. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Im Jahr 2012 habe ich 221.715 Fotos (663 GB) aufgenommen. Davon sind mehr als 4.100 Bilder fertig bearbeitet und beschriftet in die dpa-Bilderdienste geschickt worden. Bei 365 Tagen macht das durchscnittlich 607 aufgenomme Fotos pro Tag – und immerhin knapp 11 verwendete Fotos pro Tag. Ich nutze also 1,8% meiner Fotos – oder anders gesagt: Von 100 aufgenommen Fotos, nutze ich 1,8 Bilder.

Zu meinen Aufgaben zählt nicht nur das Fotografieren, sondern auch die Auswahl der Fotos, das Bearbeiten des Bildmaterials in Photoshop und das Beschriften der Fotos mit einer Caption (Bildbeschreibung). Das fertige Material (meistens so ca. 10 Fotos pro Termin) schicke ich dann in die dpa-Fotoredaktion nach Berlin. Dort kontrollieren dann Fotoredakteure das Fotomaterial, überprüfen die Beschriftung, die Bearbeitung, suchen sich die besten Fotos aus und schicken Sie in die dpa-Bilderdienste (und so in zahlreiche Redaktionen von Tageszeitungen, Online-Medien, Magazinen, Fernsehsender usw. in Deutschland und weltweit).

Ein guter Workflow am Computer oder Mac hilft ungemein, bei den großen Datenmengen den Überblick zu behalten, die richtigen Fotos schnell auzuwählen, zu bearbeiten und zu beschriften.

Teile dieses Workflows zeige ich in diesem Blog-Eintrag. Weiterlesen

Ein Bild und seine Geschichte: Der Löwe am Bahnhof

Ein als Löwe verkleideter Physikprofessor sitzt am 19.12.2010 an einem Gleis im Hauptbahnhof in Essen und wartet auf seine Enkelkinder, deren Zug wegen Schnee und Eis deutlich Verspätung hat. Foto: Julian Stratenschulte dpa

Bei manchen meiner Fotos werde ich immer wieder gefragt, wie das Bild entstanden ist. Häufig wird nach dem “Löwen am Bahnhof” gefragt. Am 23.11.2012 war das Foto Aufmacher im Wirtschaftsteil der Süddeutschen Zeitung – ein guter Anlass um jetzt hier im Blog die Geschichte hinter dem Bild zu erzählen.

Es war der 19.12.2010 – der Winter hatte Deutschland wochenlang voll im Griff. Weiterlesen

Silhouetten, Schattenrisse & Konturen

Zwei Männer sitzen im Juli 2006 nach Sonnenuntergang auf einem Baumstumpf am Möhnesee (Kreis Soest). Foto: Julian Stratenschulte dpa/lnw

Ich mag Silhouetten.

Sonnenuntergänge können noch so schön sein, erst mit Menschen oder Objekten als Schattenrisse vor farbenprächtigen Himmeln werden Fotos von Sonnenuntergängen zu etwas Besonderem.

Egal ob Flugzeuge, ein Pärchen im Riesenrad oder drei Angler – die Möglichkeiten von  Sonnenuntergang-Szenerien sind vielfältig. Um den “Feuerball” am Horizont möglichst großformatig ins Bild zu rücken, sind lange Brennweite hilfreich. Weiterlesen